Galerie für
zeitgenössische Kunst
Seit 1973
Thermalbad Wiesenbad
Mo - Sa 10 - 18 Uhr
Florian Merkel
„´Nichts ist romantischer, als was wir gewöhnlich Welt und Schicksal nennen. Wir leben in einem kolossalen Roman.´ Bei diesem Satz des Dichters Novalis aus dem 18. Jahrhundert könnte ich es eigentlich belassen, um die Arbeiten von Florian Merkel zu charakterisieren." Muschter, 2014
VITA
1961
geboren in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)
1981-1986
Fotografikstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
1989-2001
lebte und arbeitete in Berlin
1991–93
arbeitete er in der ambitionierten Fotogalerie in der Brotfabrik Berlin-Weißensee mit
1990-2000
Mitglied der Fotographen-Gruppe EIDOS
MUSEEN | NATIONAL | MUSEUMS | NATIONAL
Altana Sammlung
Archiv der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig
Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus
Fotografische Sammlung der Berlinischen Galerie
Museum für junge Kunst Frankfurt (Oder)
Museum für zeitgenössische Kunst Leipzig
Sammlung des Freistaates Sachsen
Sammlung Deutsche Bank
Sammlung DZ Bank
Sammlung Hessische Landesbank
Sammlung Provinzial
Stadtarchiv Chemnitz
Staatliche Galerie Moritzburg Halle (Saale)
Neue Sächsische Galerie Chemnitz
private Sammlungen
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ARTER, Istanbul/ Türkei
Frederick R. Weisman Art Foundation, Los Angeles/ USA
Frissiras Museum Athen/ Griechenland
Peter Stuyvesant Foundation, Amsterdam/ Niederlande
KÜNSTLERTEXT | STATEMENT
„´Nichts ist romantischer, als was wir gewöhnlich Welt und Schicksal nennen. Wir leben in einem kolossalen Roman.´ Bei diesem Satz des Dichters Novalis aus dem 18. Jahrhundert könnte ich es eigentlich belassen, um die Arbeiten von Florian Merkel zu charakterisieren. Freilich ist sein Blick auf die Romantik ein anderer als der von Novalis – was aber den „kolossalen Roman“ in dem wir leben, anbelangt durchaus zutreffend. Florian Merkel ist ein künstlerisch-technisches Mehrfachtalent, wofür diese Ausstellung ein erneuter Beweis ist. Bekannt ist er nicht nur als Fotograf, als Maler und Grafiker, sondern auch als Performer, Filmer und Musiker. Die Art seiner künstlerischen Äußerungen scheint zwar zunächst von der Fotografie bestimmt, er geht dann aber auf verschiedene Weise malerisch und aktionistisch vor. Seine Kunst agiert im Spannungsfeld zwischen Spottlust und Empfindsamkeit. Gesellschaftliche Konventionen greift er an ohne vordergründige Betonung. In seinen Bildern ist vieles Schein und eine reine Erfindung seiner eigenen Phantasie. Mit den grellen handcolorierten Farbfotografien hat er eine besondere Form gegen die Behauptung der Fotografie als Repräsentation der Wahrheit gefunden. Seine popartigen Schock-Bilder sind lustig und gewagt, kühn und ernsthaft zugleich – voller Spannung zwischen Phantasie und Wirklichkeit. Die Lust des Künstlers an seiner Arbeit überträgt sich auf den Betrachter als Lust an dieser Art von Kunst und Leben. Merkels Fotografie ist physisch unmittelbar und subjektiv nah am jeweiligen Gegenstand. Die Bilder scheinen auf den ersten Blick heiter. Ihre tiefe Bedeutung erschließt sich oft erst auf den zweiten Blick. In den großflächig angelegten Acrylmalereien verbinden sich seine verschiedenen Talente – sein fotografisch genauer Blick, sein Sinn für Bewegung, seine malerische und zeichnerische Begabung. Mitunter erinnern die Bilder mich an eine Art Kultivierung japanischer Mangas. Das aber nur in dem Sinn: Der Begriff Manga steht für zwangloses, ungezügeltes Bild. Diese Aussage soll nicht als unzulässige Simplifizierung verstanden werden. Es geht dabei nicht um die Übernahme von Stilelementen, sondern um eine neue einzigartige Darstellung von Gefühlen und Bewegungen der Figuren aufeinander zu oder auch abgegrenzt voneinander. Und das ist nicht die einzige Verbindung zu Japan – manche der Figuren wirken wie die aus einem modernen No-Theater. Seine Motive findet Merkel ebenso in der klassischen Mythologie wie in der christlichen Ikonografie, in historischen Zeitabschnitten, wie in der Gegenwart. Seine Kunst ist ebenso eine Art Selbstvergewisserung wie Spurensuche durch kunstgeschichtliche Epochen bzw. auch deren Zitate hindurch.(...)“ Gabriele Muschter, 2014





