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Florian Merkel

„´Nichts ist romantischer, als was wir gewöhnlich Welt und Schicksal nennen. Wir leben in einem kolossalen Roman.´ Bei diesem Satz des Dichters Novalis aus dem 18. Jahrhundert könnte ich es eigentlich belassen, um die Arbeiten von Florian Merkel zu charakterisieren." Muschter, 2014

VITA

1961 

geboren in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)

1981-1986 

Fotografikstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

1989-2001 

 lebte und arbeitete in Berlin

1991–93 

arbeitete er in der ambitionierten Fotogalerie in der Brotfabrik Berlin-Weißensee mit

1990-­2000 

Mitglied der Fotographen-Gruppe EIDOS

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Altana Sammlung

Archiv der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Brandenburgische Kunstsammlungen Cottbus 

Fotografische Sammlung der Berlinischen Galerie

Museum für junge Kunst Frankfurt (Oder)

Museum für zeitgenössische Kunst Leipzig 

Sammlung des Freistaates Sachsen

Sammlung Deutsche Bank

Sammlung DZ Bank

Sammlung Hessische Landesbank

Sammlung Provinzial

Stadtarchiv Chemnitz

Staatliche Galerie Moritzburg Halle (Saale)

Neue Sächsische Galerie Chemnitz

private Sammlungen

 

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ARTER, Istanbul/ Türkei 

Frederick R. Weisman Art Foundation, Los Angeles/ USA

Frissiras Museum Athen/ Griechenland

Peter Stuyvesant Foundation, Amsterdam/  Niederlande 

KÜNSTLERTEXT | STATEMENT

 

„´Nichts ist romantischer, als was wir gewöhnlich Welt und Schicksal nennen. Wir leben in einem kolossalen Roman.´ Bei diesem Satz des Dichters Novalis aus dem 18. Jahrhundert könnte ich es eigentlich belassen, um die Arbeiten von Florian Merkel zu charakterisieren. Freilich ist sein Blick auf die Romantik ein anderer als der von Novalis – was aber den „kolossalen Roman“ in dem wir leben, anbelangt durchaus zutreffend. Florian Merkel ist ein künstlerisch-technisches Mehrfachtalent, wofür diese Ausstellung ein erneuter Beweis ist. Bekannt ist er nicht nur als Fotograf, als Maler und Grafiker, sondern auch als Performer, Filmer und Musiker. Die Art seiner künstlerischen Äußerungen scheint zwar zunächst von der Fotografie bestimmt, er geht dann aber auf verschiedene Weise malerisch und aktionistisch vor. Seine Kunst agiert im Spannungsfeld zwischen Spottlust und Empfindsamkeit. Gesellschaftliche Konventionen greift er an ohne vordergründige Betonung. In seinen Bildern ist vieles Schein und eine reine Erfindung seiner eigenen Phantasie. Mit den grellen handcolorierten Farbfotografien hat er eine besondere Form gegen die Behauptung der Fotografie als Repräsentation der Wahrheit gefunden. Seine popartigen Schock-Bilder sind lustig und gewagt, kühn und ernsthaft zugleich – voller Spannung zwischen Phantasie und Wirklichkeit. Die Lust des Künstlers an seiner Arbeit überträgt sich auf den Betrachter als Lust an dieser Art von Kunst und Leben. Merkels Fotografie ist physisch unmittelbar und subjektiv nah am jeweiligen Gegenstand. Die Bilder scheinen auf den ersten Blick heiter. Ihre tiefe Bedeutung erschließt sich oft erst auf den zweiten Blick. In den großflächig angelegten Acrylmalereien verbinden sich seine verschiedenen Talente – sein fotografisch genauer Blick, sein Sinn für Bewegung, seine malerische und zeichnerische Begabung. Mitunter erinnern die Bilder mich an eine Art Kultivierung japanischer Mangas. Das aber nur in dem Sinn: Der Begriff Manga steht für zwangloses, ungezügeltes Bild. Diese Aussage soll nicht als unzulässige Simplifizierung verstanden werden. Es geht dabei nicht um die Übernahme von Stilelementen, sondern um eine neue einzigartige Darstellung von Gefühlen und Bewegungen der Figuren aufeinander zu oder auch abgegrenzt voneinander. Und das ist nicht die einzige Verbindung zu Japan – manche der Figuren wirken wie die aus einem modernen No-Theater. Seine Motive findet Merkel ebenso in der klassischen Mythologie wie in der christlichen Ikonografie, in historischen Zeitabschnitten, wie in der Gegenwart. Seine Kunst ist ebenso eine Art Selbstvergewisserung wie Spurensuche durch kunstgeschichtliche Epochen bzw. auch deren Zitate hindurch.(...)“ Gabriele Muschter, 2014 

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